Sonderausstellung


DOUGLAS SWAN 
Ein moderner Klassiker

Dezember 2020 – 21. Februar 2020 


Der schottische Maler Douglas Swan (1930 – 2000) lebte seit Mitte der 1970er-Jahre in Bonn und arbeitete in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Wohn- und Atelierhauses von August Macke. Das Museum August Macke Haus nimmt den 90. Geburtstag von Douglas Swan zum Anlass, ihm erstmals eine große Retrospektive auszurichten.


Nach seinen Studien am College of Art in Dundee (Schottland) war Douglas Swan für einige Zeit in London und Bath bei dem prominenten Maler William Scott. Unter seinem Einfluss näherte er sich der gestischen Malerei an, die bis in die Mitte der 1960er Jahre hinein für sein Schaffen bestimmend blieb.

Im Jahr 1958 unternahm Douglas Swan eine Studienreise nach Italien und kam dort mit Vertretern der italienischen Avantgarde in Kontakt. In Mailand begann er um 1966 Objekt-Bilder zu schaffen, in denen er stilisierte Personen, Alltagsgegenstände sowie geometrische Formen auf monochrome Farbflächen malte oder als Platten wie Assemblagen montierte.

Douglas Swan, Studio Couch + Brushes, 1998, Mischtechnik, Collage auf Bütten, 38 x 57 cm, Privatsammlung Marianne Hennemann © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Douglas Swan, Variations on the “Hutladen” 1913 from August Macke, 1989, Öl auf Leinwand, 110 x 110 cm, Privatbesitz © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Nach seiner erfolgreichen Ausstellung 1967 im Kunstmuseum Bochum, wo er seine zukünftige Lebensgefährtin Barbara Kückels traf, zog Douglas Swan nach Deutschland um und ließ sich schließlich in Bonn nieder. Regelmäßig arbeitete er auch in seinem Elternhaus in Schottland, wo zahlreiche Darstellungen schottischer Küstenlandschaften entstanden.

Mit seiner Technik «AIR» entwickelte der Künstler um 1970 ein einzigartiges Stilmittel, indem er Teile eines Bildgegenstandes auf einer transparenten, wenige Zentimeter über dem Malgrund liegenden Fläche aus Kunststoff wiederholte. Formen und Umrisse werfen Schatten auf die Malfläche, formen so ein neues Bild und bereichern das Werk um eine weitere Bedeutungsebene.

Douglas Swan, Kitchen Maid (after Vermeer), 1978, Triptychon, Öl auf Leinwand, Foto, Astralon, 120,5 x 222,5 x 5 cm, Städtische Sammlung Aachen, Suermondt-Ludwig-Museum © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Die Methode der Wiederholung und Variation dargestellter Gegenstände im Bild verfeinerte Douglas Swan zunehmend. Zudem bezog er auch musikalische Kompositionsprinzipien – etwa Sonatenform oder Fuge – in seine Gestaltungen ein und wandte sie in den 1980er-Jahren in einigen Bildern an, in denen er Kunstwerke berühmter Meister variierte, wie z.B. von Jan Vermeer oder August Macke. In den 1990er-Jahren entstanden Arbeiten zu Musikstücken namhafter Komponisten, z.B. Johann Sebastian Bach oder Ludwig van Beethoven.

Douglas Swans beeindruckendes Œuvre umspannt die gesamte zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Sich seiner schottischen und keltischen Wurzeln wohl bewusst, war er auch in der deutschen Kunstszene tief verankert. Die besten Werke von Douglas Swan können in ihrer hohen malerischen Qualität, wie auch in ihrer künstlerischen Gültigkeit als zeitlos bezeichnet werden – und er in diesem Sinne als ein moderner Klassiker.

Zur Ausstellung ist ein Katalog an der Museumskasse erhältlich.
Kurator der Ausstellung: Dr. Axel Wendelberger

Douglas Swan, Air on the G string J. S. Bach, 1994, Acryl auf Leinwand und Astralon, 50 x 40 x 5 cm, Privatbesitz © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Douglas Swan, Basket chair + an AIR figure, 1982, Ö̈l auf Leinwand und Astralon, 112 x 81 cm, Kunstmuseum Bonn © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Douglas Swan, Green Fall, 1967, Öl auf Leinwand und Sperrholz, 119 x 125 cm, Douglas-Swan-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Die Ausstellung wird gefördert durch Dr. Til Macke,
den LVR Landschaftsverband Rheinland und die Stiftung Kunst der Sparkasse in Bonn.