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Das August Macke Haus in Bonn Der Vater von August Mackes Frau Elisabeth, Carl Heinrich Gerhardt, erwarb den 1877/78 errichteten spätklassizistischen Bau 1884 als Archiv seines benachbarten Unternehmens. Nach dessen Tod 1907 wird die Mutter von Elisabeth Macke, Sophie Gerhardt, Eigentümerin. Sie ließ auf dringlichen Wunsch ihres Schwiegersohnes August nach dessen Plänen das Dachgeschoß zum Atelier ausbauen. Im Februar 1911 zog das junge Paar mit Sohn Walter nach einem einjährigen Aufenthalt in Tegernsee in dieses Haus an der Bornheimer Straße 88 (heute 96) ein. August Macke erlebte hier bis zu seinem frühen Tode 1914 die produktivsten Jahre seines Lebens. Hier entstand der größte Teil seines Oeuvres (weit über 400 Arbeiten). Aus den Fenstern des Hauses, insbesondere seines Ateliers, beobachtet, zeichnet und malt Macke das Leben der umliegenden Straßen und immer wieder den herrlichen Garten.
Hier empfängt er seine Malerfreunde, unter ihnen Max Ernst, Robert Delaunay, Guillaume Apollinaire, Gabriele Münter, Franz Marc mit dem er zusammen im Oktober 1912 das 4x2 große Wandbild "Paradies" schuf, das sich heute im Westfälischen Landesmuseum Münster befindet.
Nach dem Kriegstod von August Macke heiratet seine Frau 1916 den Schulfreund ihres Mannes, Lothar Erdmann und lebt mit ihm, den beiden Söhnen August Mackes und zwei Kindern aus der Ehe mit Erdmann in dem Haus, bis die Familie 1925 nach Berlin umzieht. Das Haus wird vermietet, nicht jedoch das Atelier. 1943 in Berlin ausgebombt, sucht Elisabeth, die 1927 ihren ältesten Sohn Walter, 1939 ihren zweiten Mann im KZ Sachsenhausen verlor, zunächst in Kandern, dann am Bodensee Zuflucht, bis sie 1948 nach Bonn zurückkehrt. Sie richtet sich in dem nach dem Tode der Mutter 1947 geerbten Haus im Atelier August Mackes ein, wo sie bis 1975 lebt. Anschließend zieht sie 87 jährig zu ihren Kindern Dietrich und Constanze Erdmann nach Berlin, wo sie 1978 stirbt. Nach dem Ausbau und der Translozierung des Wandbildes 1980/81 nach Münster mangels Interesse der Stadt Bonn, erwarb ein Berliner Bauunternehmer das nicht unter Denkmalschutz stehende Haus, um es in eine Gaststätte umzubauen. Eine von Dr. Margarethe Jochimsen, Vorsitzende des benachbarten Bonner Kunstvereins, ins Leben gerufene Bürgerinitiative konnte den Beginn des Umbaus verhindern und das Haus 1988 unter Denkmalschutz stellen. Mit finanzieller Hilfe des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bauunternehmers H. Hillebrandt ist es der Stadt gelungen, das Haus zu erwerben und renovieren zu lassen. Das Atelier wurde in seiner ursprünglichen Form wieder hergestellt. Am 26. September 1991 wurde das August Macke Haus im Beisein des Ministerpräsidenten des Landes NRW, Johannes Rau, eröffnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Trägerin des Hauses ist die 1994 gegründete "Stiftung August Macke Haus der Sparkasse Bonn"; der 1989 gegründete Verein August Macke Haus ist verantwortlich für das künstlerische Programm. Neben dem mit Original-Ölbildern von August Macke ausgestatteten Atelier, in dem auch jene Möbel zu sehen sind, in denen August Macke in Tegernsee gelebt hat, beherbergt das Haus ein Archiv des Rheinischen Expressionismus und eine Handbibliothek, vor allem aber sind dort kontinuierlich Ausstellungen zu Themen des Rheinischen Expressionismus zu sehen, die in einer vom Verein August Macke Haus herausgegebenen Schriftenreihe dokumentiert werden. Im Rahmen der Erforschung des rheinischen Expressionismus nimmt das Haus inzwischen einen gewichtigen Platz ein. |
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AUGUST
MACKE HAUS |
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