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Das August Macke Haus Bonn präsentiert 60 Gemälde aus der Sammlung des renommierten Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Hermann-Josef Bunte, die rund 400 Werke von 40 Künstlern der Klassischen Moderne umfasst.
Die mit Leidenschaft und wissenschaftlicher Akribie angelegte Sammlung enthält Werke namhafter wie auch heute weniger bekannter Künstler, die wesentlich zur Formulierung und Entwicklung der klassischen Moderne beigetragen haben, und spürt spannenden Verbindungen und Prozessen dieser bedeutenden Ära in der Kunst nach.
Ausgangspunkt und Mittelpunkt der Sammeltätigkeit Buntes ist das Werk des außergewöhnlich begabten Malers Hermann Stenner (1891–1914), dessen Arbeiten er in den 1970er Jahren erstmals begegnete und von dem er heute rund 200 Werke besitzt.
Hermann Stenner (1891–1914),
Grüne Frau mit gelbem Hut I, 1913, Öl/Pappe, 42,5 x 38 cm |
Der in Bielefeld gebürtige Stenner, der im Alter von nur 23 Jahren als Soldat zu Beginn des Ersten Weltkrieges starb, vollzog eine rasante künstlerische Entwicklung. Er hinterließ ein umfangreiches, in nur wenigen Jahren entstandenes Œuvre, das von großer Kreativität in der Auseinandersetzung mit den Strömungen der Moderne zeugt. Aus der intensiven Beschäftigung mit der künstlerischen Entwicklung Hermann Stenners erwuchs das Konzept der Sammlung Bunte.
Victor Tuxhorn (1892-1964),
Frauen auf einer Wiese, 1911, Öl/Lwd., 25,5 x 45,5 cm
© Nachlass Tuxhorn |
So geriet der westfälische Expressionismus in das Blickfeld des Sammlers über Stenners Besuch der fortschrittlich orientierten Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Bielefeld, an der u. a. auch Peter August Böckstiegel, Wilhelm Schabbon und Victor Tuxhorn unterrichtet wurden, die mit wichtigen Arbeiten vertreten sind.
William Straube (1871-1954),
Im Atelier, 1911, Pastell, 50 x 34 cm |
Mit Stenners künstlerischer Tätigkeit in Dachau bei München ab 1909 und der Fortsetzung seiner Studien an der Stuttgarter Kunstakademie 1911 stieß Hermann-Josef Bunte auf die legendäre Hölzel-Schule, die ihm ein weiteres spannendes Sammlungsgebiet eröffnete.
Johannes Itten (1888–1967),
Sitzende mit Hut, 1914, Öl/Lwd., 66 x 51 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2009 |
Adolf Hölzel, ab 1905 Professor an der Stuttgarter Kunstakademie, der sich – beginnend mit dem Realismus und dem „Neu-Dachauer“ Stil der Freilichtmalerei – wenig später vom Gegenstandsbezug löste und zeitgleich mit Wassily Kandinsky in die Abstraktion vordrang, entwickelte in seiner Zeit als Lehrer an der Kunstakademie Stuttgart, ausgehend von Goethes Farbenlehre, eine eigene künstlerische Farbtheorie. Zu seinen Schülern, dem so genannten „Hölzel-Kreis“, zählten u. a. Oskar Schlemmer und Johannes Itten, die später am Bauhaus lehrten, sowie Willi Baumesiter, der zu einem Wortführer der ungegenständlichen Malerei in Deutschland wurde.
Über den Hölzel-Schüler William Straube gerieten schließlich die Académie Matisse in Paris sowie der rheinische Expressionismus ins Visier des Sammlers.
Otto Meyer-Amden (1885-1933),
Reiterknabe, um 1912, Deckfarben u. Aquarell, 17 x 12,7 cm |
Die ausgestellten Werke u. a. von Willi Baumeister, Josef Eberz, Lily Hildebrandt, Maria Hiller-Foell, Adolf Hölzel, Johannes Itten, Ida Kerkovius, Otto Meyer-Amden, Oskar Moll, Wilhelm Morgner und Oskar Schlemmer entstanden vorwiegend in dem für die moderne Kunstentwicklung in Deutschland spannungsreichsten Jahrzehnt zwischen 1910 und 1920 und repräsentieren die radikale Modernität, zu der die Künstler auf der Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten und in der Auseinandersetzung mit den avantgardistischen Kunstströmungen ihrer Zeit fanden.
Katalog zur Sammlung, 334 Seiten, gebunden, 35.- Euro |
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| zur aktuellen Ausstellung |
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