Im Rhythmus der Natur -
Landschaft im rheinischen Expressionismus

Ausstellungsdauer:

19. Mai – 17. September 2006
Die Landschaft, insbesondere die rheinische Landschaft spielt in der farbintensiven Malerei des rheinischen Expressionismus eine herausragende Rolle. Deshalb widmet das August Macke Haus diesem Thema im Sommer 2006 eine erste umfassende Ausstellung, die das breite Spektrum landschaftlicher Aspekte in der Kunst rheinischer Expressionisten wie August Macke, Heinrich Campendonk, Heinrich Nauen, Carlo Mense, Walter Ophey, Hans Thuar u. a. vor Augen führt.
August Macke
Landschaft mit Bauer, Junge und Ziege
,
1914, Öl/Lwd., 53 x 69 cm, Privatbesitz
Landschaftsdarstellungen dienten den Expressionisten einerseits der Erprobung neuer künstlerischer Ausdrucksmittel und spiegeln andererseits das Verhältnis der Künstler und Künstlerinnen zu ihrer Umwelt und zur Natur wider, geben Auskunft über ihre Geisteshaltung und Weltanschauung und vermögen auf diese Weise etwas von der Mentalität und Befindlichkeit der Epoche ihrer Entstehung zu vermitteln. Bei keinem anderen Sujet lassen sich die Entwicklungslinien der einzelnen Künstler u. Künstlerinnen besser nachzeichnen und insbesondere spezifische Komponenten des Expressionismus im Rheinland im Vergleich mit dem der norddeutschen „Brücke“ und dem des süddeutschen „Blauen Reiters“ aufzeigen.
Heinrich Campendonk
Mädchen und Kühe,
1918/19, Aquarell/Deckfarben/Papier, 35 x 50 cm, Privatbesitz
© Heinrich Campendonk: VG Bild-Kunst Bonn 2006
Abgesehen von dem Ziel, erstmals einen breiten qualitätvollen Überblick über die reiche und vielseitige Landschaftsmalerei des rheinischen Expressionismus zu vermitteln, intendiert die Ausstellung nicht nur Künstler wie August und Helmuth Macke, Heinrich Campendonk, Carlo Mense, Heinrich Nauen, Paul A. Seehaus, Hans Thuar u. a. zu berücksichtigen, die an der „Ausstellung Rheinischer Expressionisten“ 1913 in Bonn teilnahmen, sondern auch jene Künstler zu berücksichtigen, die wie Ernst Isselmann und Walter Ophey ebenfalls zur rheinischen Avantgarde zählten und mit ihr zusammen mehrfach ausstellten.

Walter Ophey
Steine im Gletscherbach, 1913, Öl/Lwd., 70,5 x 70,5 cm,
Clemens-Sels-Museum, Neuss
© Walter Ophey: VG Bild-Kunst Bonn 2006

Rund 90 Arbeiten - überwiegend Ölgemälde, aber auch Aquarelle, Zeichnungen und druckgraphische Arbeiten - von insgesamt 12 Künstlern, die sich intensiv mit dem Thema Landschaft befassten, aus öffentlichem und privatem Besitz im In- und Ausland werden gezeigt, darunter bislang völlig unbekannte und selten ausgestellte Werke, die erst in den letzten Jahren bzw. im Zuge der Vorbereitungen zu dieser Ausstellung entdeckt oder wieder aufgefunden werden konnten.
Paul A. Seehaus
Industriebahnhof I, 1917, Aquarell/Feder, 35 x 45 cm,
Verein August Macke Haus
Zur Ausstellung erscheint im Rahmen der Schriftenreihe des August Macke-Hauses ein reich bebilderter Katalog mit wissenschaftlichen Beiträgen zur Landschaftsmalerei der einzelnen rheinischen Expressionisten wie auch zur Landschaftsmalerei der „Brücke“ und des „Blauen Reiters“, u. a. von Dr. Klara Drenker-Nagels, Dr. Ina Ewers-Schultz, Hamburg, Dr. Andreas Gabelmann, Singen, Dr. Stefan Kraus, Köln, Dr. Martina Padberg, Bonn, Günter Regenberg, Bonn, Dr. Hildegard Reinhardt, Bonn.
Heinrich Nauen
Park Dilborn im Nebel, um 1914, Gouache, 56,5 x 67,5 cm,
Kunstmuseum Bonn
© Heinrich Nauen: VG Bild-Kunst Bonn 2006

Kuratorin: Dr. Klara Drenker-Nagels, Direktorin des August Macke Haus Bonn

Katalog zur Ausstellung, 203 Seiten, 48 Farbtafeln, 170 Abbildungen, 25.- €.


 
Carlo Mense
Badende, 1913, Öl/Lwd., 85 x 73 cm,
Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster
Bornheimer Straße 96
53119 Bonn
Telefon: 0228 / 65 55 31
Fax: 0228 / 69 15 50
Mail: buero@august-macke-haus.de

Di - Fr 14.30-18 Uhr,
Sa, So & Feiertags 11-17 Uhr,
Mo geschlossen.