August Macke –
Humoristische Zeichnungen und Karikaturen

Ausstellungsdauer:

20. September 2007 -
13. Januar 2008

Eröffnung am 19. September 2007, 18.00 Uhr
im August Macke Haus


aus Anlass des 120. Geburtstagsfestes von August Macke (1887-1914) präsentiert das August Macke Haus einen bislang weitgehend unbekannten Aspekt seines umfangreichen Œuvres: Rund 100 humoristische Zeichnungen, Druckgrafiken, Aquarelle und Gemälde, die z. T. noch nie ausgestellt wurden, veranschaulichen das überaus humorvolle Naturell des Künstlers und beleuchten sein persiflierendes Treiben, das schon mit seinen frühen Arbeiten einsetzt und sich durch sein gesamtes Schaffen zieht.

August Macke,
Karikatur eines aufsitzenden Reiters, um 1902 (04?), Tusche/Pinsel und Bleistift, 5,3 x 7,2 cm, Museum Halle/Westfalen e.V.
(Foto: Günter Weber)

August Macke betrieb das Karikieren vor allem als „Atelierspaß“, zum privaten Amüsement, ohne dezidiert künstlerisch-ästhetischen Anspruch und gesellschaftskritische Intention. Dabei hielt er zumeist das charakteristische Äußere seiner Mitmenschen, ihre Missgeschicke und Schwächen humoristisch überzeichnet fest und brachte in den zahlreichen spontanen Skizzen, durchgearbeiteten Kompositionen und Bilderfolgen vielfältige Mittel und Motive der Karikatur zum Einsatz.

August Macke,
Liebesschmerz, 1908, Aquarell und Pastell auf hellbraunem Papier, ca. 17,5 x 23,6 cm, LWL – Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster, Dauerleihgabe aus Privatbesitz
(Foto: Rudolf Wakonigg)

Familienmitglieder, Lehrer und persönliche Bekannte stellte August Macke in erheiternden Porträts dar. So wurden unter anderem der Düsseldorfer Akademiedirektor Peter Janssen, Mackes Freundin und spätere Ehefrau Elisabeth, deren Bruder Walter Gerhardt und der Künstlerfreund Franz Marc Opfer seiner parodierenden Individualkarikaturen, in denen der Künstler seine genaue Beobachtungsgabe unter Beweis stellte. In der Ausstellung werden diesen Porträts Fotographien der verballhornten Personen gegenübergestellt, so dass der Besucher die Möglichkeit hat, den Grad der satirischen Pointierung zu ermessen.

August Macke,
Franz und Maria Marc, Karikatur, 1912, Bleistift auf Detailpapier, 31,2 x 23,3 cm, Kunstmuseum Bonn, Dauerleihgabe aus Privatbesitz
(Foto: Reni Hansen)

Auch mit der bildenden Kunst verschiedener Epochen und Kulturkreise setzte Macke sich auf ironische Weise auseinander. Diese Kunstparaphrasen - beispielsweise auf Werke von Arnold Böcklin (1827-1901), Wilhelm Tischbein (1751-1829) und Katsushika Hokusai (1760-1849) - sind als amüsante Weiterverarbeitungen von ihm bewunderter Kunstschöpfungen zu betrachten, die ihm als Inspiration für kleine Späße dienten. Die Persiflagen auf die Künstlervereinigung des „Blauen Reiters“, an deren Aktivitäten Macke sich selbst 1911 nur für kurze Zeit beteiligte, sind dagegen mit einem kritisch-sarkastischen Unterton versehen.

August Macke,
Stammtischrunde, 1913, Tusche/Pinsel und Feder auf Detailpapier, 25 x 34,2 cm, Privatbesitz
(Foto: Günter Weber)

Seit seiner Jugendzeit hielt August Macke immer wieder auch von ihm beobachtete kauzige Typen und amüsante Begebenheiten in bildsatirischer Weise fest. In seinem privaten Umfeld sowie auf der Straße, in Cafés und Varietés war er ständig mit einem Skizzenblock unterwegs und sammelte Motive. Themenkreise wie „Trinkgelage“ oder „Soldatenleben“ weisen enge Bezüge zu Mackes eigenem Lebenslauf auf und bilden somit auch eine Ergänzung seiner Biografie.

In Mackes Korrespondenz mit Elisabeth und Freunden, in Gästebüchern wie jenem von Fried Lübbecke aus Frankfurt sowie auf einigen losen Blättern sind Bilderfolgen des Künstlers erhalten, die zum Teil von Versen oder erläuternden Unterschriften begleitet sind. In der Struktur der Verquickung von Bild und Wort sind sie Werken Wilhelm Buschs (1832-1908) vergleichbar, den Macke sehr schätzte und liebte.

August Macke,
Varietésängerin, 1912, Bleistift auf Detailpapier, 32,3 x 42 cm, Kunsthalle Bremen – Kupferstichkabinett – Der Kunstverein in Bremen
(Foto: Stickelmann)

Den originalen Arbeiten von der Hand August Mackes werden in der Ausstellung Werkreproduktionen der Künstler gegenübergestellt, die Macke in seinen Karikaturen inhaltlich und stilistisch inspirierten; neben Wilhelm Busch u. a. Honoré Daumier (1808-1879) und Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901). Darüber hinaus wird der Vergleich zu zeittypischen sozialkritischen und politischen Karikaturen ermöglicht, wie sie etwa in der Zeitschrift „Simplicissimus“ erschienen.


Zur Ausstellung erscheint im Rahmen der Schriftenreihe des Vereins August Macke Haus e. V. ein reich bebilderter Katalog, der wissenschaftliche Beiträge zur Karikatur bei August Macke von Dr. Beate Marks-Hanßen, über die Entwicklung der Künstlerkarikatur von Gertrud Vowinckel-Textor sowie über die Kunstsatire im beginnenden 20. Jahrhundert von Dr. Bernd A. Gülker enthält. Ergänzt wird der Katalog durch einige kontextbezogene Dokumente und die Kurzbiografien karikierter Personen.

Kuratorin: Dr. Beate Marks-Hanßen
Katalog, 180 Seiten, 150 Abbildungen, 18,- €.

 
August Macke,
„Ober, tun Sie mal den Finger aus'm Popo“, 1911, Aquarell und Bleistift, 25 x 22,4 cm,
Privatbesitz (Foto: Günter Weber)
Bornheimer Straße 96
53119 Bonn
Telefon: 0228 / 65 55 31
Fax: 0228 / 69 15 50
Mail: buero@august-macke-haus.de

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