Treffpunkt und Topos:
Schloss Dilborn 1911 bis 1931
Das Künstlerehepaar Heinrich Nauen und Marie von Malachowski und seine Gäste  

Ausstellungsdauer:

18.Februar - 15. Mai 2011

Eröffnung: Do, 17.02.2011, 18.00 Uhr

Schloss Dilborn am Niederrhein: zwei Jahrzehnte lang, von 1911 bis 1931, Heimat des Künstlerehepaares Heinrich Nauen und Marie von Malachowski; Treffpunkt für Künstler und Sammler aus dem Umkreis des Rheinischen Expressionismus; Topos zahlreicher farbenprächtiger Gemälde, die in dieser Zeit entstanden sind. Die Ausstellung des August Macke Hauses Bonn erinnert an den Einzug des Künstlerehepaares ins Schloss vor genau 100 Jahren.

Heinrich Nauen,
Wasserspiegelung der Schlosskapelle, um 1912, Gouache, Aquarell,
48,9 x 59 cm, Kunstmuseum Gelsenkirchen

Während der Ausbildungsjahre an der Kunstakademie in Stuttgart hatte sich das Paar kennengelernt. 1905 folgten die Heirat sowie eine mehrmonatige Hochzeitsreise nach Paris. Während der Zeit, die das Paar anschließend in Berlin verbrachte, wurde Heinrich Nauen immer wieder von der Sehnsucht nach der niederrheinischen Landschaft und der Mentalität ihrer Bewohner ergriffen.  1911 erfolgte endlich die Heimkehr. 360 Quadratmeter Wohn- und Arbeitsfläche bot der Nordflügel von Schloss Dilborn nun dem Künstlerehepaar mit seiner kleinen Tochter Nora. 1916 wurde hier auch der Sohn Joachim geboren.

Helmuth Macke,
Schloss Dilborn, um 1919/20, Aquarell,
24,5 x 33 cm, Kunstmuseum Bonn

Für beide Künstler ist es die unmittelbare Umgebung, die Gärten, der Schlosspark, der Buchenwald und die Seen wie auch die Nähe zu den rheinischen Kunstzentren, die den Reiz von Dilborn ausmachen. Die niederrheinische Landschaft ist Lebenselixier für Heinrich Nauen und die idyllische Umgebung von Dilborn und Brüggen regt beide zu neuen Bildmotiven, Farbklängen und Formen an. Unzählige Stillleben und ausdrucksstarke Landschaftsbilder spiegeln die Faszination für den neuen Wohnort. Wie eng die neue künstlerische Phase an diese Heimat gebunden ist, geht nicht nur aus den Äußerungen von Heinrich Nauen selbst hervor, sondern auch aus den Sujets.

Erich Heckel,
Park von Dilborn, 1914, Öl auf  Leinwand, 83 x 96 cm,
Rahmen 99,5 x 113 x 6 cm, Sammlung Deutsche Bank

© Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen 2011

In die Dilborner Zeit fallen für Heinrich Nauen die interessantesten Aufträge und größten Erfolge. Marie von Malachowski, die zeitlebens zwischen ihren beiden Begabungen, der Kunst und der Musik, hin und her gerissen wird, erhält in Dilborn neue künstlerische Impulse. Sie malt beeindruckende Landschaften der Gegend. Ihr Werk spiegelt besonders anschaulich die gesellschaftlichen Kontakte, ihre Freundschaften und Bekanntschaften mit den Nachbarn und Bewohnern des nahe gelegenen Städtchens Brüggen, die sich in zahlreichen Porträts niederschlagen.

Heinrich Nauen,
Garten mit Treibhausbeeten, 1914, Öl auf  Leinwand,
80,5 x 101 cm, Privatbesitz

Das Künstlerehepaar Nauen verlebte nicht nur die Jahre seiner bedeutendsten Schaffensphase auf Schloss Dilborn. Hier empfingen beide Dilborner und Brüggener Freunde und Bekannte sowie wichtige und renommierte Gäste aus der damaligen Kunstszene. So wurde Schloss Dilborn zu einem wichtigen Treffpunkt ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten. Zu den ersten Besuchern zählten August und Elisabeth Macke, die zusammen mit Franz und Maria Marc nach Dilborn reisten. Auch Helmuth Macke, der Cousin von August Macke, sowie Erich Heckel verlebten hier Wochen intensiven Schaffens, in denen gegenseitige Porträts und Darstellungen des Parks entstanden. Dilborn war nicht nur Treffpunkt, sondern auch Topos.

Marie von Malachowski,
Drei Akte mit Geige und Cello, um 1918/19, Öl auf  Leinwand,
75 x 101 cm, Privatbesitz

Erstmals werden nun in einer Ausstellung die Bilder des Künstlerehepaares einander gegenübergestellt und mit den auf Dilborn geschaffenen Werken von Erich Heckel und Helmuth Macke in unmittelbarem Zusammenklang präsentiert. Alte Fotografien und Zitate aus den Briefen der Künstler – Heinrich Nauen pflegte eine intensive Korrespondenz – ergänzen die Ausstellung und geben Kenntnis vom Alltag und künstlerischen Befindlichkeiten. So fügen sich in dieser Ausstellung verschiedene Facetten von Kunst, Leben und Rollenverständnis als Künstler zu einem anschaulichen Miteinander und einem Bild der Zeit.

Heinrich Nauen,
Stillleben mit Herbstblumen und Westerwälder Krug, um 1925, Öl auf Leinwand, 74 x 101 cm, courtesy Galerie Paffrath, Düsseldorf
© Marie von Malachowski, VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Weitere Ausstellungsstationen mit veränderten Schwerpunkten:
Städtische Galerie im Park Viersen
Ende September - 4. Dezember 2011
Kunst-Museum Ahlen
19. Februar - 6. Mai 2012

Katalog zur Ausstellung:  
ca. 150 Seiten, über 200 Abbildungen, Hardcover 20.- Euro

Rahmenprogramm

Exkursion nach Schloss Dilborn, Brüggen/Niederhein
Sonntag, den 5. Juni 2011
9 Uhr Abfahrt August Macke Haus.
Rückkehr ca. 18 Uhr
Schloss Dilborn (Führung) – Brüggen –  Einkehrmöglichkeit in einer alten Mühle – Museum Abteiberg Mönchengladbach (Führung)
Leitung: Dr. Klara Drenker-Nagels
Kosten:
40 € (Fahrt, Museumseintritt, Führungen)
Begrenzte Teilnehmerzahl – Anmeldung erforderlich

Gefördert von:

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Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland


 
Plakat zur Ausstellung
Bornheimer Straße 96
53119 Bonn
Telefon: 0228 / 65 55 31
Fax: 0228 / 69 15 50
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Di - Fr 14.30-18 Uhr,
Sa, So & Feiertags 11-17 Uhr,
Mo geschlossen.

Sonntags jeweils um 11.30 Uhr